Jede zweite Privatperson hat hierzulande im Jahr 2025 Geld gespendet – durchschnittlich schätzungsweise 187 Euro pro Person.1 Insgesamt wurden landesweit laut des Deutschen Spendenrats im Jahr 2025 schätzungsweise 4,6 Milliarden Euro* von Privatpersonen gespendet.
In Deutschland scheint grundsätzlich also eine hohe Spendenbereitschaft zu herrschen. Werden diese Zahlen allerdings ins Verhältnis zum Einkommen der spendenden Personen gesetzt, ist Deutschland im weltweiten Vergleich eines der Länder mit der niedrigsten Spendenbereitschaft.
Nur 0,39 % des Einkommens werden in Deutschland jährlich gespendet. Zum Vergleich: in Nigeria sind es 2,83 % des Einkommens, in China 2,19 % und in Kanada, Norwegen, Neuseeland und Großbritannien – Länder mit einem vergleichbaren oder höheren Pro-Kopf-Einkommen – immer noch rund doppelt so viel wie in Deutschland.3 Im von der britischen Organisation Charities Aid Foundation zusammengestellten World Giving Index belegt Deutschland folgerichtig gerade einmal Platz 37.4
Umso beunruhigender ist es, dass von der gespendeten Gesamtsumme nur ein geringer Teil für den Klima- und Umweltschutz gespendet wird. Der Anteil der privatenSpenden für den Klima- und Umweltschutz beläuft sich gemäß der vom Deutschen Spendenrat in Auftrag gegebenen Studie mit rund 220 Millionen Euro auf gerade einmal 4,7 % der Gesamtspenden. Im Vorjahr waren es sogar nur 3,5 % der Gesamtspenden.2 Für den Tierschutz wurde im gleichen Zeitraum mit 420 Millionen Euro fast doppelt so viel gespendet und humanitäre Hilfe beansprucht mit 72 % weiterhin den Großteil der gesamten Spenden für sich.
Während humanitäre Hilfe und Tierheime fest im Bewusstsein der Menschen verankert sind, wird der Klima- und Umweltschutz trotz der Allgegenwart der Klima- und Umweltkrise sowie deren spürbarer Folgen noch immer vernachlässigt.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Spenden für den Klima- und Umweltschutz sind häufig schwieriger zu greifen und emotional weniger berührend als andere Spendenzwecke. Humanitäre Katastrophen sind in Zeiten zunehmender globaler Konflikte und wirtschaftlicher Unsicherheit präsenter in den Medien. Und viele Menschen gehen davon aus, dass sie mit privaten Spenden kaum zum Klima- und Umweltschutz beitragen können und es sich ohnehin primär um eine Aufgabe für die Politik und Industrie handele. Dabei kann jeder einzelne von uns durch kaum eine andere Handlung so wirksam zum Klima- und Umweltschutz beitragen wie durch monetäre Spenden.
Von den über 650.000 gemeinnützigen Organisationen in Deutschland, widmen sich nur etwa 5% dem Klima- und Umweltschutz.5 Wir haben den gemeinnützigen Verein wiederwild nicht nur gegründet, um mehr private Spenden in Deutschland dem Klima- und Umweltschutz zugutekommen zu lassen, sondern vor allem, um die begrenzten finanziellen Mittel möglichst wirksam einzusetzen. Wenn die Spendenbereitschaft im Klima- und Umweltschutz zunehmen soll, braucht es einen Zugang zu Projekten, bei denen potenzielle Spenderinnen und Spender unmittelbar sehen können, was sie mit ihrem Geld bewirken können. Diesen Zugang wollen wir durch wiederwild ermöglichen.
* Die Schätzung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen liegt mit 6,7 Milliarden Euro etwas höher als die des Deutschen Spendenrats und werden Großspenden von mehr als 1.500 Euro berücksichtigt, beträgt die hochgerechnete Spendensumme sogar 12,4 Milliarden Euro (letztere Angabe bezieht sich auf das Jahr 2024).2
1 Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (2025). DZI Spenden-Almanach 2025. https://www.dzi.de/wp-content/uploads/2026/03/DZI-Spenden-Almanach-2025.pdf, S. 8 (Zuletzt abgerufen am 12.04.2026)2 Deutscher Spendenrat & YouGov(2026). Bilanz des Helfens 2025: im Auftrag des Deutschen Spendenrats. https://www.spendenrat.de/wp-content/uploads/Downloads/Bilanz-des-Helfens/bilanz-des-helfens-2025-deutscher-spendenrat.pdf, S. 11–25 (Zuletzt abgerufen am 12.04.2026)
3 World Population Review (2026). Most Charitable Countries 2026. https://worldpopulationreview.com/country-rankings/most-charitable-countries (Zuletzt abgerufen am 12.04.2026)
4 Charities Aid Foundation (2025).World Giving Index 2024: Global Trends in Generosity. https://www.cafonline.org/docs/default-source/inside-giving/wgi/wgi_2024_report.pdf, S. 16 (Zuletzt abgerufen am 12.04.2026)
5 Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) (2023). Zivilgesellschaft in Krisenzeiten: Politisch aktiv mitgeschwächten Fundamenten. https://www.ziviz.de/sites/ziv/files/ziviz-survey_2023_trendbericht.pdf, S. 12 (Zuletzt abgerufen am 12.04.2026)